Kultur und Barock in Bad Wurzach

Schloss Bad Wurzach
Schloss Bad Wurzach

Das Wurzacher Schloss

in der Stadtmitte besitzt eines der schönsten Barocktreppenhäuser Süddeutschlands. Die elegant geschwungene Treppe und ein antiker Götterhimmel als Deckenfresko sind zwischen 1723 und 1728 im Auftrag des Hauses Waldburg-Zeil-Wurzach entstanden und gelten als eines der Juwele der Oberschwäbischen Barockstrasse. Flankiert wird der Schlosshof von den zwei Wachhäuschen, dem „Hohen Haus“ im Westen und dem 1691 erbauten „Rentamt“ im Osten, in dem sich die alte Schlosskapelle befindet, die 1422 erwähnt wird. Im Chor befindet sich das Grabmal Georg I. von Waldburg, „Jörg im hübschen Haar“, der 1467 gestorben ist. Das Barocktreppenhaus ist täglich von 8 - 18 Uhr geöffnet. Eintritt frei.

Die klassizistische Pfarrkirche St. Verena

erhebt sich über die Altstadt und beherrscht mit ihrer beachtlichen Turmfassade das Stadtbild. Der heutige, frühklassizistische Bau wurde 1775/1777 errichtet. Das bedeutende Deckenfresko im Langhaus ist ein Meisterwerk des Langenargener Malers Andreas Brugger. Die Kirche ist tagsüber geöffnet.

Die barocke Wallfahrtskirche auf dem Gottesberg (1712-1713)

von dem aus an klaren Tagen das Alpenpanorama bewundert werden kann, ist in mehrfacher Hinsicht bedeutungsvoll. Der Grundstein für die Heilig-Grab-Kapelle wurde 1709 gelegt und sie stellt eine kunsthistorische Sehenswürdigkeit dar. Die Heilig-Blut-Reliquie, die im 18. Jh. auf den Gottesberg kam, befindet sich in einer Seitenkapelle. Das jährlich am zweiten Freitag im Juli stattfindende Heilig-Blut-Fest mit der zweitgrößten Reiterprozession Mitteleuropas (1.700 Reiter), zieht alljährlich ca. 5.000 Wallfahrer an. Täglich geöffnet!

Das ehemalige Kloster Maria Rosengarten

wurde 1514 von Gräfin Helena, Mutter von Georg III. von Waldburg (Bauernjörg) gestiftet. 1717 erfolgte der Einbau einer Rokokokapelle, sie gilt als eine der „schönsten Hauskapellen der Welt“. 1806 wurde das Kloster säkularisiert und 1863 von den „Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau“ übernommen. Ab 1936 bauten die Armen Schulschwestern im Haus das erste Moorbad in Wurzach auf. Wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten ist eine Besichtigung voraussichtlich ab Frühjahr 2013 wieder möglich.

Das Leprosenhaus

diente als sogenanntes „Siechenhaus“ durch die Jahrhunderte als Spital für die Aussätzigen. Zwischen 1250 und 1280 gegründet, hatte es eine bewegte Geschichte, geprägt durch Krankheit, Krieg und Tod. Die Stadt richtete 1991 außerdem ein Museum für Sepp Mahler, den Maler und Dichter, der seine Bilder dem Leben und den Menschen im Wurzacher Ried widmete, ein. Dieses seltene Denkmal der Sozial- und Medizingeschichte aus dem Mittelalter ist geöffnet vom 1. April bis 31. Oktober, jeweils samstags, sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr (www.leprosenhaus.de).

 

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