Der Stille Bach
ein einzigartiges Dokument mittelalterlicher Wasserbautechnik in Oberschwaben. Bereits im Mittelalter waren sie ihrer Zeit voraus und bis heute ist der Stille Bach mit dem Rösslerweiher weit über die Grenzen Schliers bekannt. Die Baugeschichte des Stillen Baches reicht bis ins 11. Jahrhundert. Zur damaligen Zeit wurde von den Benediktinermönchen des Klosters Weingarten ein Netz aus künstlichen Fließ- und Stillgewässern angelegt das sich auf eine Fläche von über 25 km² erstreckt. Es finden sich 10 Kanäle und 20 Weiher, die ein Kanalsystem mit einer Gesamtlänge von über 10 km entstehen ließen.
Heute als Kulturdenkmal eingestuft, war es zur früheren Zeit die vielseitige Nutzung, die faszinierte. Es gab kaum jemanden, der nicht in irgendeiner Weise von ihm profitierte, sei es durch den Fischfang oder durch die Wasserkraft um Mühlen anzutreiben. Am meisten beeindruckt in heutiger Zeit sein Erscheinungsbild. Seit Jahrhunderten fließt der Stille Bach durch sein Naturbett und passiert raffinierte Bauwerke auf seinem Weg über den Rösslerweiher bis nach Weingarten.
Am Rösslerweiher, einem Naturstausee aus der Eiszeit siedelten nachweislich bereits vor 4000 Jahren Menschen. Erst nachdem durch eine Naturkatastrophe der natürliche Moränendamm brach, wurde viele Jahre später durch Menschenhand ein Ersatzdamm geschaffen. Im Sommer wurden hier Frösche, Schnecken und Blutegel gesammelt. Im Herbst folgte der Fischfang und im Winter begann die Jagd auf Vögel. Sie waren eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan, doch dienten sie auch als Bestandteil von Arzneien der Volksmedizin.
„Item nimm Blutwurz und siede sie in gutem Weyn. Darnach siede das Korn oder die Gersten auch darinn und wirf das Essen auff den Herdt, der zu den Vöglen bereit ist. So fressen sie das Korn mitsamt der genannten Wurtzen und werden davon trunken und gantz taub, dass sie nit mehr fliegen mögen. Dann fallen sie darnieder auff die Erden. So magst du sie mit den Händen fangen und sie aufheben ohn alle Arbeit. Und ist am aller Besten, wannkalten Winter sind unnd wann große Schnee liegen.”
Seit fast 20 Jahren kann der „Stille Bach“ als Wasserbauhistorischer Wanderweg erkundet werden.
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